No. 17. Die Lebenswellen hingebungsvoll surfen


Auf meiner norddeutschen Lieblingsinsel stürmte es heute. Das Meer tanzte wild und kam der Inselbefestigung sehr nah. Regenbogen am Horizont küssten die Wasseroberfläche.


Ich lief am Ufer gen Osten. Der Wind schubste mich ein bisschen. Es lief sich recht leicht. Immer wieder musste ich stehenbleiben und diese Wellen- und Wolkenpracht bestaunen. Ich verglich dieses stürmische Meer mit dem gestrigen. Tags zuvor war es glatt und ruhig.


Gestern war ich von der Weite fasziniert, heute von der Wildheit. Meine Gedanken surften mit den Wellen. Ich fühlte mich sehr angekommen und das Meer ist wie wir Frauen.


Zyklisch.

Wild.

Anschmiegsam.

Glatt.

Geheimnisvoll.

Stürmisch.

Stimmungsvoll.

Wellig.

Tief.

Gehaltvoll.

Tosend.

Verspielt.

Schmeichelnd.

Kraftvoll.

Weit.

…..


Mitten im Sturm und auf einer Buhne blieb ich umgeben von Wasser stehen. Der Wind zerrte an mir. Ab und zu schmiss er mir ein paar harte Wassertropfen ins Gesicht. Ich spürte diese mächtige Schöpfung äußerlich. Innerlich war ich sehr ruhig. Ich wurde nicht kleiner ob der Gewalten. Ich wurde demütig. Ich spürte tief in mir ein unendliches Vertrauen und eine tiefe Verbundenheit mit allem. Innere Ruhe, obwohl sich äußerlich die Natur an mir rieb.


So ist es im wahren Leben auch. Wir haben Höhen und Tiefen. Wer die Tiefen nicht erkennt, kann die Höhen nicht genießen. Wer die Dunkelheit nicht erfahren hat, kann das Licht nicht sehen. Wir stehen alle immer wieder vor ganz persönlichen Herausforderungen. Doch es ist für sich selbst und für das eigene Umfeld absolut ungünstig, sich von den Herausforderungen richtig in die Tiefe reißen zu lassen. Es ist einfacher, sich dieser Wellen bewusst zu werden, sie anzuerkennen und die Lebenswellen zu surfen. In voller Hingabe.


Was bedeutet hier Hingabe? Hingabe bedeutet für mich Vertrauen. Vertraue Dir und dem Leben. Hingabe heißt auch sich Öffnen, Empfangen und Genießen. Der Druck schwindet je größer die Annahme. Hingabe heißt vor allem Dankbarkeit und Wertschätzung. Denn mit dem Gefühl des Dankens kommst Du in die nötige Entspannung. Entspannung kann Dich in die bewusste Hingabe begleiten

.

Was nun tun, wenn die Stürme des Lebens auf Dich einprasseln?

Ich persönlich neigte früher häufig - heute kaum noch - zu Gegendruck. Somit war ich häufig im Kampfmodus. Tat es mir gut? Nein. Also ist es zielführender, entweder bei Seite zu treten und den Sturm an sich vorüber ziehen zu lassen. Heißt, sich ohne schlechtes Gewissen zurückzuziehen.


Oder – im übertragenen Sinne – das Segel neu zusetzen und mit dem Lebenssturm zu surfen. Macht viel mehr Spaß und ist weniger anstrengend. Dafür braucht es keinen Kampfmodus. Und das Jammern und Meckern wird auch automatisch weniger. Wichtig ist die Zielformulierung. Hinderlich ist eine Nicht-Zielformulierung im Sinne „Ich will kein….“ „Ich will nicht …. mehr.“ „Ich will weniger von ….“.


Kleines Beispiel: Beim Einkaufen gehst Du bewusst und zielgerichtet Deinem Einkaufszettel nach und besorgst, was Du brauchst. Du besorgst ja nicht was Du nicht brauchst. Warum? Natürlich, weil Du dann nichts oder das Falsche hättest.


Wenn also eine Welle kommt, die gesurft werden will, bleibt das Ziel bestehen. – Es darf vielleicht die Zielformulierung überprüft und es dürfen evtl. andere Entscheidungen getroffen werden. Und manchmal schafft man es nicht allein, dann ist Unterstützung und Begleitung gefragt. Trau Dich!


Herzlichst, Deine Kathrin

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