No. 3: Mit Freude staunen

Wenn ich an das Wort staunen denke, wird es positiv begleitet mit den Worten und Eigenschaften von Verzückung, Magie, großen Kinderaugen, Wertschätzung sowie Verwunderung. Bedeutet also, ich sehe oder erlebe etwas, was mich aus meiner alltäglichen Autobahn aus routinierten Handlungen, Gefühlen, Gedanken und Mustern heraus beamt. Wahnsinn! Im Staunen sind wir offen für etwas Großartiges, nehmen uns zurück und überlassen uns ganz dem Wunder.


Wann hast Du das letzte Mal so richtig, richtig gestaunt? Worüber? Wie lange hat Dein Staunen nachgewirkt?


In dieser Woche beschenkt uns der Mohn wieder mit seinem roten Leuchten an den Wegesrändern. Hast Du dieses Rot einmal im Sonnenlicht auf Dich wirken lassen? Und weißt Du eigentlich, wie so eine Mohnblüte kurz vor der vollen Pracht aussieht? Ich sag‘s Dir: Ganz knitterig. Darüber habe ich zum Beispiel diese Woche gestaunt. Ich wusste es natürlich. Dennoch hat es mich für einen Augenblick verzaubert und war der Impuls, diese Gedanken niederzuschreiben.


Über die Sterne kann ich ebenfalls staunen. Da fällt mir ein Vorhaben für diesen Sommer ein: Nachts einfach auf den Boden legen, still werden und staunend beobachten. Ich denke, dabei wird einem noch einmal stark bewusst, wie klein wir doch sind.


Ein Sonnenuntergang kann uns staunen lassen, ebenso die Weite des Meeres. Berühre einen Baum. Perfekt, nicht wahr? Beobachte fliegende Vögel, vom Tau glitzerndes Gras, ein heranrollendes Gewitter, Sonnenstrahlen zwischen den Wolken, einen Regenbogen, einen heftigen Sturm – so viel Schönheit wird uns von der Natur geschenkt. Kunst, Architektur und Musik lassen uns erstaunen. Ein spontaner Witz von einer sonst ernsten Person kann uns neben beherztem Lachen zum Staunen bringen. Einen neuen Kleidungsstil ausprobieren und feststellen: Ja, ich fühle mich auch damit erstaunlich wohl. Und natürlich kann man über richtig gute Gedanken aus Büchern staunen.


Der Sinn des Staunens liegt für mich im Wahrnehmen der schönen Dinge. Klein wie groß. Doch nicht im Sinne, ich kann nur über „höher, schneller, weiter“ staunen. Staunen entsteht eher aus der Stille, dem Innehalten und einer offenen Geisteshaltung heraus. Denn es tut uns gut, den kleinen und scheinbar unscheinbaren Dingen Staunen entgegen zu bringen. Damit häufen wir die Momente der Magie in unserem Leben. Dies ist ganz sicher auch gesundheitsfördernd. Mal mindestens für die Seele.


Ich darf Dich einladen, auch über Dich zu staunen. Sei verzückt von Dir. Du atmest und bist vollkommen so wie Du bist. Kreierst Dir Dein Leben selbst, so wie es ist. Du bist der Schöpfer Deines Lebens. Du kannst es richtig schwer nehmen oder einmal versuchen, es mit der spielerischen Leichtigkeit eines Kindes anzugehen. Es ist möglich, selbst aktiv die Alltagsroutine zu durchbrechen, spielerisch neue Wunder-Gedanken zu denken, ja zu träumen.


Ganz praktische Beispiele, um Dein Staunen in Fahrt zu bringen:


  • Streiche zart über eine Blüte.

  • Träumst Du farbig?

  • Schau in die fröhlichen Augen eines Kindes.

  • Entdecke aufmerksam Neues auf Deinem Weg zur Arbeit.

  • Hebe etwas mit den Füßen auf. Kannst Du es?

  • Streiche Dir mit geschlossenen Augen über Deine Hände. Was nimmst Du wahr?

  • Was hast/hättest Du als Kind abends gern gemacht? Mach’s jetzt!

  • Was hast/hättest Du als Kind gern gespielt?

  • Koche Dein Lieblingsgericht aus der Kindheit. Wie schmeckt es Dir heute?

  • Erfinde ein eigenes Staun-Spiel.

Der Erwachsene in Dir muss auch nicht zwingend an das Staunen glauben. Das Kind in Dir jedoch (ja, es ist noch da) wird dafür sorgen, dass sich in Dir etwas in Richtung Freude bewegt, wenn Du das Staunen über die Magie der kleinen und großen Dinge des Lebens für Dich zulässt. Also Deinen Geist entsprechend weitest, innehältst, wahrnimmst, anerkennst und einfach staunst. Vorsicht, Du könntest auf Unerwartetes, Großartiges treffen und es könnte Dir Freude bereiten. :-)


Kultiviere Staunen. Du hast dafür jeden Tag neue Möglichkeiten. Was entdeckst Du heute?

Herzlichst, eine staunende Kathrin


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