No. 4: Freudig genießen

Es ist Spargel- und Erdbeerzeit. Für mich eine der schönsten Genusszeiten im Jahr. Erdbeeren und Spargel haben für mich etwas sehr Sinnliches. Beides in einem Salat vereint – mmmhh. „Da flimmert es mir ja schon auf der Zunge.“ Diesen Satz kennen die Liebhaber von Janosch‘s Buch „Oh wie schön ist Panama“.


Ich würde sagen, echter Genuss geht mit Erfahrung einher. Je mehr Erfahrungen gesammelt wurden, umso b-e-w-u-ss-t-e-r ist der Genuss. Ein Gewissenskonflikt beim Genießen von fantastischem Essen zum Beispiel ist absolut fehl am Platz. Meine Familie war gestern über meinen kindlichen Sahneberg über und rund um meinem Erdbeerkuchen irritiert. Na und? Ich bekam die Freude und das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. An meinem letzten Tag kann ich irgendwann sagen, ich hatte Spaß auf dem Teller.


Man darf und sollte sich wachen Genuss auf allen Ebenen erlauben. Denn Genießen wird immer von Freude begleitet. Genießen ist etwas sehr Bewusstes. Ist es nicht so, dass man einen Augenblick innehält, wenn ein gigantisches Geschmackserlebnis auf der Zunge tanzt? In diesem Moment ist nicht einfach nur Nahrungsaufnahme angesagt, in diesem zarten Moment wird das Essen wirklich, wirklich gewürdigt. Sollten wir nicht dahin kommen, dass wir überhaupt unser Essen würdigen? Damit meine ich, bewusst das Essen wählen und wirklich bewusst essen. Heißt also auch, essen ohne Ablenkung. Essen an schön gedecktem Tisch. Schon eine Kerze oder Blumen geben einen Rahmen auf dem Tisch. Im Alltag bin ich selbst zwischendurch davon weit entfernt. Essen auf der Arbeit, auf dem Weg oder zwischendurch ist eben nur oben genannte Nahrungsaufnahme. Essen genießend dagegen dürfen wir ein Stück weit zelebrieren.


Ein Gedanke aus der Achtsamkeit lautet: Wenn ich esse, dann esse ich. Ich bin also mit meiner ganzen Aufmerksamkeit bei meinem Essen. Bevor ich esse, kann ich das Essen betrachten, daran riechen, es an den Lippen fühlen und natürlich erst einmal auf der Zunge wirken lassen. Ist es salzig, sauer oder süß, rau oder glatt, fest oder weich, trocken oder saftig, warm oder kalt? Probiere es mit einem Apfel. 😊


Doch wenn ich schreibe, "wachen Genuss auf allen Ebenen erlauben", so geht es auch um das sinnliche sowie besinnliche Erfreuen an anderen Schätzen und Feinheiten. Also weg vom Essen hin zum aktiven Genuss:

  • Wunder der Natur,

  • das stille Beobachten eines Tieres,

  • eine sanfte Berührung,

  • ein warmer Sommerregen auf der Haut,

  • feine Düfte,

  • nützliche Arbeit,

  • selbst errungener Erfolg,

  • friedlich Schlafen,

  • neues Lernen,

  • ja auch Krisen (sie sind eine Chance für etwas Neues),

  • wohliges Kuscheln,

  • entspanntes Lesen,

  • lebendiges Spiel mit Kindern und/oder Haustieren,

  • aktive Bewegung/Sport,

  • befreiendes Lachen,

  • Stille und Meditation,

  • nichts tun zu müssen,

  • phantasievoll (Tag-)Träumen,

  • Frieden

  • Freunde

  • Familie.


  • Führe die Genießer-Liste gerne mit Genuss fort.

Fühle Dich also eingeladen, in Deinem Leben innezuhalten und zu beobachten, wo genießt Du schon, wo noch nicht? Dann darfst Du wachen Genuss in Dein Leben lassen. Denn ich finde, innehalten im Moment des Genießens, ist ein Moment des Friedens und des kleinen (vielleicht auch des großen) Glücks.


Herzlichst, Deine Kathrin


PS: Vor einigen Wochen habe ich das Fotoshooting für diese Webseite hier sehr genießen dürfen. An dieser Stelle noch einmal von Herzen Danke Gitta Hilb, dass Du mich so voller Freude eingefangen hast. Und ein herzliches Dankeschön an Annette Wolf, die einfach da war als Lichtfee, als Garderobiere, zum Mitlachen.




© 2020 Kathrin Bendel  MIT FREUDE

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Schön, dass Du da bist.

Die Fotos von mir sind durch die fantastische Gitta Hilb entstanden. Gitta, Danke Dir für dieses großartige  Erlebnis.